Kennt von euch jemand das Alpincenter in Bottrop? Mein Freund und ich wollten schon ewig dorthin und obwohl es gerade mal ~15km von uns entfernt ist, haben wir nun fast 3 Jahre gebraucht um endlich dort hinzufahren.
Anlässlich unserer beider Geburtstage in der letzten Woche sind wir also zusammen mit 2 Freunden nach Bottrop aufgebrochen, dazu aber später mehr. Nun möchte ich euch erst einmal kurz vorstellen was das Alpincenter ist und was euch dort alles geboten wird.
In erster Linie ist das Alpincenter eine Skihalle. Mit 640m Länge sogar die längste, ganzjährig geöffnete, Skipiste der Welt. Es gibt einen kleinen Anfängerbereich am obersten Ende der Halle und dann die eigentliche Piste die euch mit 2 kleineren Kurven bis nach unten bringt. Rauf gehts dann wieder auf einem Förderband.
Fürs leibliche Wohl wird im angrenzenden Biergarten (mit Gastronomiebereich im inneren) gesorgt.
Das ist aber noch lange nicht alles. Im Sommer stehen euch im freien 2 weitere "Attraktionen" zur Verfügung, die Sommerrodelbahn mit 1000m Länge die euch rasant ins "Tal" befördert und der Hochseilklettergarten in fast 10m Höhe, inkl. Ausblick aufs Ruhrgebiet.
Ganzjährig hat man außerdem die Möglichkeit sich auf einem 800m² großen Feld im Paintball zu versuchen oder aber sich beim Indoor Skydiving in luftige Höhen zu begeben.
Unser Tag im Alpincenter begann um 14Uhr. Geplant war erst Paintball, dann Sommerrodelbahn und Hochseilklettergarten und später der Besuch in der Skihalle.
Indoor Skydiving hätte mich ja auch sehr interessiert, war mir mit einem Preis ab 49€ aber einfach zu teuer.





Wer zum ersten Mal in der Paintballhalle ist, für den empfiehlt es sich (wie wir) am Mi oder Do hinzugehen, da kostet die Tageskarte inklusive Ausrüstung und 140 Paintballs nämlich "Nur" 19,99€ (statt sonst 29,99€).
Als erstes mussten wir dann eine Verzichtserklärung ausfüllen und unterschreiben, dass wir den Betreiber nicht haftbar machen können
. Dann wurde uns die Ausrüstung ausgehändigt. Bei der Tageskarte dabei ist die Maske, der Markierer und die ersten 140 Paintballs, als Frau erhält man zusätzlich noch einen Brustpanzer. Diesen kann man als Mann gegen Aufpreis aber natürlich auch dazu nehmen. Ebenfalls zusätzlich angeboten wird ein Halsschutz sowie Handschuhe. Ich habe beides genommen und bin auch ganz
froh darüber gewesen. Ich wurde zwar nicht am Hals getroffen, aber das wäre sicher nicht angenehm geworden.
Nach einer kurzen Einweisung ging es dann für uns auf den Platz. Ich muss zugeben, es hat verdammt viel Spaß gemacht - bis ich zum ersten Mal getroffen wurde
Es tat doch ein wenig mehr weh als vermutet, nach 1-2Min ists dann aber wieder gut. Naja, es war so lange gut bis ich einen Schuss aus nicht all zu weiter Entfernung gegen den Kopf bekommen habe, blöderweise nachdem ich noch mal 19,99€ für weitere 500 Paintballs bezahlt habe, weil die ersten 140 so schnell weg waren. Nachdem ich also Kopfschmerzen hatte, hatte ich auch nicht mehr wirklich viel Lust weiterzumachen und habe den Herren meine restlichen Paintballs überlassen und Ihnen für den rest des Nachmittag zugesehen.
Also von mir an dieser Stelle der Rat, solltet ihr empfindlich sein, nehmt euch einen Kopfschutz mit, eine Mütze dürfte schon ausreichen.






Nach insgesamt rund 3-4Std waren dann auch die restlichen Paintballs verschossen und es wurde Zeit für einen Klamottenwechsel (inkl. Möglichkeit zu duschen). Wir waren nämlich von oben bis unten voll mit orangener Farbe. Auch hier ein Hinweis an alle Hausfrauen: Es handelt sich hierbei um Lebensmittelfarbe, die ich völlig Rückstandslos aus der Wäsche herausbekommen habe.
Fazit meinerseits: Paintball macht Spaß, es tut aber auch Weh. Ich hatte nun über eine Woche lang mehrere blaue Flecken am ganzen Körper verteilt. Also am besten nur machen, wenn man den nächsten Tag zum entspannen hat ![]()
Nach einer kurzen Verschnaufpause wollten wir dann eigentlich in den Hochseilklettergarten. Das war uns dann, nachdem Paintball doch teurer wurde als geplant, aber einfach zu teuer. 2 Runden für 14€ finde ich generell etwas viel, vielleicht fahren wir aber irgendwann noch mal hin und nehmen dann ein Tagesticket, dann wird auch das klettern günstiger. An für sich sah das Gerüst ja schon sehr interessant aus, wenn auch meines Erachtens nach ein wenig klein.
Da wir nun noch ein wenig Zeit hatten bis zum Ski-Angebot, entschieden wir uns nun die Sommerrodelbahn auszuprobieren. Leider hatten wir hier vergessen im Vorfeld Online Karten zu reservieren, derzeit gibt es nämlich ein Angebot bei dem man 5 Einzelfahrten (übertragbar) für 9,99€ statt 15€ erhält. Uns wurde zwar angeboten das wir das Angebot schnell mit dem Handy buchen und den Gutschein ans Alpincenter mailen und die Karten so vergünstigt bekommen könnten, da dies aber nicht so ganz klappte mussten wir dann doch den vollen Preis zahlen. Ärgerlich aber so ists manchmal halt.
Ich fand die Investition trotzdem sehr lohnenswert, die Sommerrodelbahn ist nämlich ganz nach meinem Geschmack. Es geht schnell herab mit bis zu 42km/h, wobei ihr aber jederzeit volle Kontrolle über eure eigene Geschwindigkeit habt. Mit den 2 seitlich angebrachten Hebeln gebt ihr Gas oder bremst. Ihr könntet sogar ganz stehen bleiben, das empfehle ich euch aber nicht, schließlich habt ihr mit gewissem Abstand immer jemanden hinter euch und so könnte es ganz schnell zu einem "Unfall" kommen.
Wirklich Spaß macht es aber eh nur wenn man ordentlich Gas gibt und so im Eiltempo bis nach unten flitzt^^ Ich habe euch bei meiner zweiten Fahrt mal ein Video gedreht damit ihr eine kleine Vorstellung davon bekommt. Besonders schön ist vor allem der Ausblick denn man auf der gesamten Fahrt hat und ganz besonders beim langsam Weg nach oben genießen kann. Wer den ganzen Tag im Alpincenter verbringt, für den lohnt sich vor allem das "unbegrenzt Sommerrodelbahn-Ticket".
Nachdem es nun dann endlich 19 Uhr war, ging es zurück zum Skihallen-Eingang. Noch bis Ende diesen Monats gibts nämlich immer Mi, Do und So das 2 für 1 Abendticket. Das heißt, ihr bekommt 2 all-inklusiv Abendtickets für nur 22,50€. Im Ticket enthalten: Ausrüstung (Skischuhe, Skier + Stöcke oder Snowboard + Snowboardschuhe) sowie Gratis Essen & Trinken.
Da ich vor 10 Jahren mit der Schule mal im Skiurlaub war und die Zeit bis 23 Uhr (bis die Skipiste schließt) zu kurz fand um mich umzugewöhnen, blieb ich bei Skiern, alle anderen versuchten es mit dem Snowboard.
Wir hatten uns extra etwas wärmere Kleidung eingepackt & ganz wichtig Handschuhe!!!, es gibt aber auch die Möglichkeit sich entsprechende Skikleidung gegen Aufpreis zu leihen.


Nachdem wir alle gut gerüstet waren, ging es dann Richtung Skihalle. Mein erster Eindruck war offen gestanden nicht ganz so positiv wie erwartet. Die Halle wirkt recht dunkel, vor allem aber fand ich bereits den Eingangsbereich mit dicker Eisschicht statt Schnee nicht besonders einladend. Mit vorsichtigen Schritten wagte ich mich dann aber hinaus und die eigentliche Piste war soweit auch in Ordnung, so dass ich richtig Lust aufs fahren bekam. Schnell stellte ich dann auch fest das Kunstschnee ganz anders ist als echter, irgendwie grundsätzlich "härter". Da 2 von uns noch nie zuvor auf Skiern bzw Snowboards (ist das die richtige Mehrzahl?) standen, ging es dann erstmal zum Anfängerbereich. Dieser befindet sich ganz in der hintersten Ecke der Halle. Das es diesen kleineren "getrennten" Hang gibt, finde ich sehr gut auch wenn ich an dem Mi an dem wir da waren einiges daran auszusetzen hatte. Zum einen der Weg dahin. Wenn man nicht direkt den "Anfängerhügel" herauflaufen möchte, kann man entweder mit einem Seilzug nach oben, der jedoch nicht eingeschaltet war, oder aber am Rand der "Hauptpiste" entlang nach oben stiefeln und dann ganz am Ende an der Wand entlang die Steigung zum Hügel "hinauflaufen". Den zweiten Weg habe ich versucht. Der Weg nach oben ist eine recht steile Eispiste die nur durch einen einfachen Holzzaun von der restlichen Piste getrennt ist. Mal abgesehen davon dass der Zaun mich vermutlich nicht gehalten hätte, wäre ich dagegen gefallen, so ist der Aufstieg generell kaum schaffbar. Wie gesagt, es ist ein steiler Schneehügel, der komplett mit einer dicken Eisschicht bedeckt war. Ich habe 2x versucht dort hochzukommen und mich beide Male lang gemacht. Wenn man bedenkt dass das der Weg zum Anfängerbereich ist finde ich das schon sehr bedenklich.
Somit entschied ich mich also für den denkbar anstrengendsten Weg und bin jedes Mal den Anfängergügel hochgelaufen. Nachdem ich dort also ein paar Mal rauf und runter bin, habe ich
mich dann auf die lange Piste gewagt. Wie gesagt, ich stand schon mal auf Skiern und somit war die Abfahrt selber auch nicht all zu schwer für mich. Es macht auch wirklich Spaß dort zu fahren, gerade jetzt im Sommer sind nicht soo viele andere Leute da und zumindest auf der Piste wurde doch Rücksicht aufeinander genommen. Der Boden ist, wie bereits erwähnt, anders als auf einer "echten" Piste, aber obwohl der Schnee etwas fester ist, kann man hier auch als Anfänger ganz gut fahren. Das eigentliche Problem entstand für mich eigentlich erst am Ende der Piste, am Förderband. Irgendwie muss man ja schließlich wieder nach oben kommen und während man am Berg einen Schlepp- oder Sessellift hat, gibt es hier ein Förderband.
Ich stand also da, sehe wie alle nach und nach sich auf das Förderband begaben und dachte mir nur "Hm.. wie zum Teufel kommen die da so einfach drauf?" Es gibt zwar 2-3 kleine Infos an der Wand wie man sich verhalten soll, sprich Skier anlassen, etc aber mir fehlte hier einfach ein Mitarbeiter zum ansprechen und der einem ggf Hilfestellung leisten konnte.
Nachdem ich mir also ein paar Leutchen angesehen habe und es bei Ihnen so einfach aussah, versuchte ich mein Glück selber. Und wie soll es auch anders sein, plumps lag ich halb neben dem Förderband. Dank mehrerer Kameras wurde mein Sturz auch bemerkt und das Band angehalten. Wer nun aber denkt das jetzt Hilfe kommt, hat sich geirrt. Irgendwie versuchte ich also wieder auf die Beine zu kommen und war im Anschluss erst mal etwas überfordert. Während ich also am Rand stand und nicht weiter wusste wurde ich schon von hinten angeschrien ich solle mich doch endlich wieder aufs Band stellen, sonst liefe dieses nicht weiter. Statt zu schreien hätte man mir ja auch mal helfen können, aber naja... Zum Glück habe ich ja ein dickes Fell und hab se schreien lassen. Langsam wagte ich mich dann also samt Skier wieder zurück aufs Band (jetzt wos ausgeschaltet war ging das auch gleich viel einfacher) und kurz darauf fuhr dieses wieder an. Angestrengt nicht wieder umzuplumpsen, meisterte ich die lange Fahrt nach oben eigentlich recht gut. Dort kam dann aber erst das dickste Problem auf mich zu. Am Ende des Förderbandes befindet sich eine rund 1m lange Gummimatte, die bereits von Eis bedeckt war, dahinter begann sofort wieder der Pistenbereich, allerdings musste man zunächst einmal eine Enge Kurve nehmen. Das wäre sicher nicht so schwer, wäre der Bereich dort nicht ebenfalls komplett zugeeist. Ich glaube ruhigen Gewissens behaupten zu können, dass jeder dritte bis vierte sich hier lang gemacht hat. Und man darf dabei nicht vergessen, von hinten kommen immer wieder neue Leute nach.
Nachdem ich mich an dieser Stelle also beide Male übelst hingelegt habe (meine Knie sind immer noch etwas blau), habe ich mich hinterher an den Rat meines Freundes gehalten und habe die Skier vor betreten des Förderbandes einfach ausgezogen und bin die Kurve (an der Wand festhaltend) bis zum Pistenbeginn gelaufen. Es steht zwar man dürfe das Förderband nur mit angezogenen Skiern betreten, aber es ist eh niemand da um dies zu kontrollieren.
Deshalb mein Fazit: Die Piste an sich ist klasse. Es macht Spaß und die Länge und Breite der Halle ist auch wirklich ausreichend, wären da eben nicht diese 2 (meiner Meinung nach) Sicherheitslücken. Das Förderband an sich finde ich schon recht riskant, ich denke hier hätte man genauso gut einen Schlepplift einbauen können. Wenn es unbedingt das Förderband sein soll, sollten hier meiner Meinung nach links und rechts 2 Halterelinge angebracht werden um das Sturzrisiko zu vermindern. Wirklich gefährlich finde ich aber die beiden Eisflächen der Halle. Ich bin mir nicht sicher ob dort Wasser hinläuft und gefriert oder obs schlichtweg daran liegt das so viele Menschen die Fläche platt treten. So oder so sollte hier irgendeine Lösung gefunden werden dieses in Zukunft zu vermeiden. Generell würde ich mir am Förderband auch einfach einen Mitarbeiter wünschen der ein wenig für Sicherheit sorgt.


Besonders lobend erwähnen möchte ich nun aber die Verpflegungsmöglichkeiten. Im Ticket mit inbegriffen war wie gesagt Essen vom Buffet und Gratis Getränke. Das Buffet war gut gefüllt mit Pommes, Kartoffelgratin, Nudeln, Fleisch, Saucen, Dessert und mehr. Es war nicht nur reichlich vorhanden sondern auch sehr lecker. Auch die Getränke hat man schnell erhalten und es gab alles was das Herz begehrt, Softdrinks, Säfte, Energy Drink, Wein, Bier,..... Das Buffet ist bis 22 Uhr geöffnet, Getränke gabs bis 24 Uhr. So kann man nach dem Skifahren also noch mal gemütlich für ein Stündchen "in die Hütte" gehen und ein Bierchen oder mehr genießen.
Mein Gesamtfazit von dem Tag fällt trotz einiger Negativpunkte trotzdem recht positiv aus. Zum einen ist das Preis-Leistungsverhältnis (gerade jetzt mit dem Sommerangebot) einfach unschlagbar. Für 11,25€ hätten wir anderswo nicht mal Essen & Trinken können, hier gabs Skifahren + Ausrüstung noch dazu. Und auch wenn ich einige blaue Flecken davon getragen habe einfach weil manche Stellen der Halle vereist und unsicher sind, so hatte ich eine Menge Spaß beim fahren und letztlich ja eine zufriedenstellende Möglichkeit gefunden die Risiken zu vermindern. Man kann also einen wirklich schönen Tag im Alpincenter verbringen und bekommt auch wenn man nicht auf Wintersport steht einiges geboten. Ich werde mit Sicherheit wieder hinfahren und werde es auch weiter empfehlen, allerdings unter dem Vorbehalt, man fährt auf eigene Gefahr und sollte auf jeden Fall vernünftige Kleidung einpacken.
Lennt von euch einer die Halle und wenn ja, sah es bei euch genauso aus?







